CORONA

Die Coronapandemie macht vor den armen Ländern dieser Erde nicht Halt und so sind auch die Menschen in Tansania wie auch anderen afrikanischen Ländern massiv betroffen.

Zu der Sorge um die Gesundheit von Familie und Freunden kommt der Kampf ums Überleben. Zu Hause bleiben heißt nichts verdienen. Die Subsistenzwirtschaft kann den Bedarf für die ganze Familie nicht decken. Und die Hütten sind oft so klein, dass Abstand halten nicht möglich ist. Uns erreichen Nachrichten, die zwischen Besorgnis und Hoffnung schwanken, wobei die Hoffnungen vor allem auf den Fortschritten der Wissenschaft liegen.

Eine flächendeckende Gesundheitsversorgung wie bei uns ist in fast allen Ländern Afrikas unbekannt. Es gibt nur wenige Labors, die Coronatests durchführen können (auch wenn die Zahl inzwischen steigt), Beatmungsgeräte sind Mangelware und werden für Operationen gebraucht. Wir hoffen sehr, dass durch das geringe Durchschnittsalter der Bevölkerung nicht so viele schwere Coronafälle auftreten wie in der deutliche älteren Bevölkerung der Industrieländer und die Einwohner in Ländern wie Tansania im Laufe der Zeit durch die Durchseuchung der jungen Bevölkerung geschützt sein werden.

Inzwischen werden vor Ort mit Hochdruck Masken produziert und ans Händewaschen erinnert. Schulen und Hochschulen waren im ganzen Land bis 1. Juli geschlossen und wie wir hören versuchen die Menschen wo es geht Abstand zu halten. Anstelle von Schuluniformen werden jetzt Masken genäht. Die Bilder stammen aus der Berufsschule für Schneiderei in Mafinga, betrieben von der „Eine-Welt-Gruppe Schlins/Röns“.

In Zeiten wie diesen helfen Sie besonders mit Ihrer Spende. Die Verteilung von Gütern geht natürlich weiter, und -jetzt ist Hilfe nötiger denn je. Herzlichen Dank für Ihren Beitrag!

Vorschau für 2020

Das Shikamana Komitee in Kifumbe arbeitet bereits fleißig an der Planung und am Budget für 2020. Für dieses Jahr ist die Unterstützung von 67 Familien geplant. In diesen Familien werden 165 Schulkinder mit Ihrer Hilfe unterstützt.  Die erste Verteilung von Gütern (Schuluniformen, Heften etc.) im heurigen Jahr ist für März geplant. Für die Projektkoordination wird eine neue kompetente Mitarbeiterin, Trudy, von Mdabulo nach Kifumbe übersiedeln. Wir freuen uns!

Gute SchülerInnen sollen die Möglichkeit erhalten, auch nach der Primary School weiter unterstützt zu werden – ein Angebot für diejenigen, die ein entsprechend gutes Zeugnis vorweisen können. Da unsere Spenden für diesen Teil der Unterstützung nicht ausreichen, möchten wir dafür individuelle Paten suchen, die bereit sind, für jeweils einen Schüler oder eine Schülerin die Kosten des Schulbesuchs zu tragen. Die SpenderInnen erhalten ein persönliches Profil des Schülers oder der Schülerin und können Informationen über die Entwicklung und den Schulerfolg ihres „Schützlings“ erhalten. Um einen Schüler oder eine Schülerin in der Secondary School, einer weiterführenden Berufsschule oder für ein Studium zu unterstützen, werden ca. 400-800 Euro pro Jahr benötigt. Wenn Sie sich für eine solche Patenschaft interessieren, melden Sie sich bitte unter info@shikamana.at.

Was gibt es sonst noch Neues? Für unsere Projektleiter vor Ort, Godfrey und Trudy, wird ein Moped angeschafft, damit sie alle teilnehmenden Gemeinden und Dörfer in angemessener Zeit besuchen können. Sie erhalten auch ein kleines Gehalt aus dem Vereinsbudget. Zwei eigens zweckgewidmete Spenden erlauben uns, zusätzlich zu den Hilfsgütern und der personellen Betreuung, auch zwei einmalige „Sonderinvestitionen“: Um die Fahrten in die nächstgelegene Stadt (Makambako) zu reduzieren, wird für das Vereinsbüro ein Drucker angeschafft … und wir finanzieren Fahrräder! Diese helfen den sogenannten „Attendants“ – d.s. die ehrenamtlichen BetreuerInnen in den Dörfern – die Familien rascher und häufiger zu erreichen.

Das Projekt arbeitet u.a. mit einer sehr modernen App, in der alle teilnehmenden Familien und die ihnen zugekommenen Unterstützungsleistungen dokumentiert werden. Wir können nun die Entwicklung auch von Österreich aus gut mitverfolgen. Wir danken der Rural Development Organisation (RDO) Mdabulo und der Eine Welt Gruppe Schlins-Röns, die uns im ersten Projektjahr mit Rat, Tat und App sehr geholfen haben!

Das Projekt entwickelt sich also gut – und wir würden uns über weitere Hilfe freuen, die uns die Weiterführung erlauben. Ergänzend zu „normalen“ Spenden gibt es nun – wie oben erwähnt – die Möglichkeit, Patenschaften für weiterführende Ausbildungen zu übernehmen, aktuell zB für die Fortsetzung der Berufsschulausbildung von vier jungen Frauen, die das erste Ausbildungsjahr bereits erfolgreich absolviert haben. Die Kosten für ein Jahr belaufen sich auf ca. EUR 400 pro Schülerin.

Jede Spende ist uns herzlich willkommen, und SpenderInnen sind herzlich eingeladen, uns den von ihnen gewünschten spezifischen Verwendungszweck anzugeben.

Wir freuen uns über Ihre Anfrage an info@shikamana.at.

Asante sana! Vielen Dank!

SHIKAMANA-Ein Projekt in den Startlöchern

Reisebericht von Susanne Simonich, 22.05.-12.06.2019

Erstmals, seit unser Verein nach Ende seines Engagements in Lugarawa einen neuen Namen und neue Statuten erhalten hatte, ergab sich für mich heuer die Gelegenheit nach Kifumbe zu reisen um das neue Projekt SHIKAMANA und dessen Protagonisten vor Ort aus nächster Nähe kennen zu lernen.

Warum Kifumbe?
Kifumbe ist ein Dorf mit ca 4000 Einwohnern, das unweit der Stadt Makambako in der Region von Njombe im Südwesten von Tanzania liegt. Wir haben uns für dieses Dorf entschieden, weil unser langjähriger Projektpartner, Father Jordan Mwajombe, dort seit 2018 Gemeindepfarrer ist, nachdem er nach 17 Jahren Arbeit als Pfarrer und Krankenhausverwalter in Lugarawa von dort abgezogen worden war. Wir hatten mit ihm über 10 Jahre lang eine von Offenheit, Transparenz, Ehrlichkeit und Freundschaft geprägte Zusammenarbeit, die wir uns auch für unser neues Projekt erhalten wollten.


Was macht SHIKAMANA ?

Seit Ende 2018 haben sich in Kifumbe und den umliegenden Dörfern Menschen zusammengefunden, denen Sozialarbeit ein persönliches Anliegen ist. Der Wunsch der Gemeinden ist es Familien, die unter besonders schwierigen Umständen Waisenkinder aufgenommen haben, zu unterstützen. Ein Projekt dieser Art existiert unter anderem in Mdabulo (150 km von Kifumbe entfernt) und die RDO Mdabulo (Rural Development Organization Mdabulo) ist derzeit auch noch der „Schirmherr“ der Gruppe in Kifumbe. Es ist geplant noch 2019 einen eigenen Verein in Kifumbe zu gründen, der, wie unsere Gruppe hier in Österreich, „Shikamana“ heißen soll. Die Mitarbeiter vor Ort sind in diversen „Boards“ organisiert und haben für die derzeit laufend Pilotphase 44 Familien in 11 Dörfern identifiziert, in denen Waisenkinder Aufnahme gefunden haben. Ziel des Projekts ist es Familien, die diese zusätzliche Belastung auf sich nehmen zu unterstützen und den Kindern und Jugendlichen eine faire Chance auf Schulbesuch und weitere Ausbildung zu geben. Die Hilfe basiert auf der Verteilung von Naturalien und die Koordinatoren von Shikamana Kifumbe stehen als Ansprechpartner für alle Arten von finanziellen, gesundheitlichen und innerfamiliären Probleme zur Verfügung. Ich selbst hatte bei meinem Besuch die Gelegenheit Verteilungen an die ins Projekt eingeschlossenen Kinder in mehreren Schulen mitzumachen. Die Kinder bekommen Schuluniformen, Schuhe, Schulhefte und Schreibstifte und der gesamte Haushalt wird mit Öl zum Kochen, Seife und Decken unterstützt. Ich habe mit dem Team aus Fieldworkern, Attendants und Mitarbeiteren der RDO Mdabulo auch einige Familien in ihrem Haus besucht und direkt vor Ort die Verhältnisse und familiären Hintergründe erleben dürfen.
Die Hilfe, die durch das Projekt den Familien zu Teil wird, mag in unseren Augen eher bescheiden ausfallen, aber es ist wohl das, was landesweit als Unterstützung im Rahmen eines Sozialprojekts üblich ist. Es wird auch von den Mitarbeitern deutlich gemacht, dass keine Rundum-Versorgung erwartet wird, sondern dass durch unser Projekt hauptsächlich Hilfe zur Selbsthilfe gewährleistet wird.

Bei den Mitarbeitern vor Ort ist das Problembewusstsein für die Situation von Waisen- und Jugendlichen-Familien und der Wunsch zu helfen schon lange vorhanden, aber bis dato standen sie meist mit leeren Händen da. Sie konnten nur zuhören und hatten nichts zu geben. Jetzt haben sie erstmals etwas in Händen womit sie konkret helfen können. Das Projekt hat im Verhältnis zu seiner kurzen Laufzeit (Jänner 2019) schon großen Zuspruch und es gibt bereits eine lange Warteliste von Familien, die um Unterstützung ansuchen möchten, sobald unser Verein die Mittel hat das Budget entsprechend aufzustocken. Die Projektarbeit soll den sozialen Zusammenhalt der Bevölkerung steigern und den Menschen vermitteln, dass ihr Schicksal anderen nicht gleichgültig ist.

Während meines Aufenthalts in Kifumbe wurde damit begonnen einen Raum auf dem Gelände des Pfarrhofs als „Shikamana Office“ zu adaptieren und mit Stühlen, Tischen, Regalen und Stromversorgung auszustatten. Das Office wird als Stützpunkt und als Versammlungsraum Verwendung finden. Es ist inzwischen fertig gestellt.

 

Kifumbe Parish-eine Erfolgsgeschichte

Fr. Jordan hat sich augenscheinlich in Kifumbe gut eingelebt. Er hat nicht nur den Pfarrhof von Grund auf renoviert, sondern das gesamte Gelände revitalisiert und ein kleine Landwirtschaft begonnen. Es gibt Kühe, Schweine, Hasen und Hühner, es wurden mehrere Fischteiche angelegt, Avocadobäumchen gezüchtet und natürlich Mais und Tierfutter angebaut. In den Wirtschaftsgebäuden findet man eine Werkstatt in der die Jungs aus dem Dorf mit einem Schweißtrafo an ihren Motorrädern basteln, es gibt natürlich wieder eine Maismühle und die Tischlerwerkstatt wurde mit gebrauchten Maschinen ausgestattet sodass wieder heftig die Späne fliegen. Die alte Kirche ist umgebaut und dort wird es sowohl kleine Büroräumlichkeiten für die Katechisten und auch Lagerräume für das Tierfutter geben. Der Garten ist gepflegt und im Haus gibt es mittlerweile Strom nicht nur aus der kleinen Solaranlage auf dem Dach sondern auch aus einer öffentlichen Solaranlage im Dorf, die ca 30kW liefert und an die sowohl private Haushalte als auch öffentliche Institutionen angeschlossen werden. Es herrscht reges Treiben auf dem Pfarrhof und von den Erträgen der Landwirtschaft scheint der Lebensunterhalt derzeit gesichert.
Die Wasserversorgung wird derzeit durch einen Brunnen im Hof für Trinkwasser (wird vorher abgekocht) und einen hydraulischen Widder (Stoßheber) am Fluss für die Speisung der Leitungen im Haus und die Füllung der Fischteiche durch den Overflow (zur Regenzeit) gesichert. Wasser scheint reichlich vorhanden, zumindest wenn die Regenzeit, so wie heuer, so lange gedauert hat
Derzeit hat Fr. Jordan einen Kollegen, Fr. Julius, die Kirche ist gut besucht und in den Dörfern werden auf Initiative der Dorfbewohner neue Kirchengebäude gebaut und Sozialprojekte initiiert.

Family Planning Workshops 2018

mit Carolin Auer und Margit Sasshofer

Die ländliche Gemeinde Kifumbe, zu der zehn Dörfer gehören, liegt auf ca. 1600m Seehöhe, etwa 25km entfernt von der Stadt Makambako. Die Menschen in dieser Gegend leben primär von kleinteiliger Landwirtschaft. Darüber hinaus gibt es kaum Beschäftigungs- und Bildungsmöglichkeiten, sodass die meisten Menschen in Armut leben. Dennoch sind wir sehr offen und gastfreundlich empfangen worden.

Die Einladung zu den Workshops erfolgte durch den Gemeindepfarrer Jordan Mwajombe. Er hat 120 „Jugendliche von der Straße“ eingeladen, ca. 80 sind gekommen! Über die unerwartet große Anzahl der angekündigten TeilnehmerInnen waren wir zunächst sehr überrascht und befürchteten schon ein didaktisches Desaster. Ein Aufteilen der TeilnehmerInnen auf mehrere Orte oder andere Tage war aus organisatorischen Gründen leider nicht möglich. Unsere geplanten Unterrichtsmethoden waren in diesem Setting nicht durchführbar. Aber nachdem der erste Schreck überwunden war dachten wir afrikanisch und improvisierten.

Sehr positiv war bereits die Vorbesprechung mit den beiden ÜbersetzerInnen Diana und Nathan. Sie waren jung, sehr engagiert und äußerst hilfreich. Ihr Englisch und ihr Verständnis der Materie waren so gut, dass wir uns auf die korrekte Weitergabe der Inhalte verlassen konnten.

In ein leer stehendes Gebäude neben der Schule wurden Kirchenbänke übersiedelt, unsere Plakate fixierten wir mit Kreppband an der Wand, und los ging es. Die erste Einheit begann mit nur 25 Minuten Verspätung, das war schon toll —  aber danach waren unsere TeilnehmerInnen morgens und nach den Pausen so pünktlich wie Schweizer Uhren, wir waren sprachlos!

Obwohl die Kirchenbänke keine Rückenlehnen hatten und auch keine Tische zur Verfügung standen wurde eifrig mitgeschrieben und noch viel eifriger gefragt. Kein Thema war zu peinlich, keine Frage zu unbedeutend. Am Abend des ersten Tages waren wir sehr erleichtert! Am zweiten Tag kamen tatsächlich alle (!) TeilnehmerInnen wieder, und wir beantworteten auch die Fragen aus der „secret box“, die am Vorabend eingeworfen wurden. Wir hatten den Eindruck, dass die anonyme Fragebox vorwiegend von Frauen und Mädchen genutzt wurde.

Am Abend des zweiten Tages waren wir sehr zufrieden, dass alles so gut gelaufen war. Wir hoffen, dass Nathan und Diana die Methode der Aktion Regen weitergeben werden. Nathan ist gerade dabei seine Ausbildung als Lehrer zu beenden, Diana hat sich für ein Studium der Sozialarbeit beworben. Gute Voraussetzungen um Wissen unter die Menschen zu bringen!

Im Jahr 2014 konnten wir Luzia Rauch von der „Eine-Welt-Gruppe Schlins/Röns“, welche auch in Tansania tätig ist, von der Methode der Aktion Regen überzeugen. Luzia bringt als pensionierte Biologielehrerin nicht nur das fachliche Verständnis sondern auch bestes didaktisches Wissen ein. Am 8.und 9. August fand ein Workshop für 30 zukünftige RainworkerInnen in Mdabulo in der Nähe von Mafinga statt. Material (Poster, Ketten, Little Moms etc.) haben wir mitgebracht, worüber Luzia sehr erfreut war. Wir nutzten die Möglichkeit am ersten Tag des Workshops teilzunehmen, halfen mit und durften auch einiges lernen. Die selbst gezeichneten Zykluskalender werden wir in unser Repertoire aufnehmen! Am 9. August war unser Abreisetag und wir konnten nicht mehr dabei sein, das tat uns richtig leid!

Wir sind sehr zufrieden, dass wir so viele Menschen erreichen konnten und hoffen, dass sich Wissen und Bewusstsein ausbreiten, zum Wohl der Menschen in Tansania!

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