Fünf Wochen voller Begegnungen, Freundschaft und gemeinsamer Projekte

Bericht von Susanne Simonich, Obfrau, September 2026

Endlich war es heuer wieder so weit! Nach vier Jahren konnten wir unseren langjährigen Projektpartner und Supervisor von Shikamana Kifumbe, Father Jordan Mwajombe, wieder in Europa willkommen heißen. Begleitet wurde er von Bruder Maximilian OSB, der unsere Arbeit bereits seit unserer gemeinsamen Zeit in Lugarawa mit technischem Support begleitet.

Vom 16. August bis 19. September 2026 waren die beiden bei uns zu Gast. Für diese fünf Wochen hatte ich mich von meiner Tätigkeit in einem Wiener Krankenhaus karenzieren lassen, um möglichst viel gemeinsame Zeit mit unseren Freunden verbringen zu können.

Im Mittelpunkt des Besuchs standen natürlich die Pflege unserer langjährigen Freundschaft und der persönliche Austausch. Wir wollten Neuigkeiten aus Tansania aus erster Hand erfahren, über die weitere Entwicklung unserer Projekte sprechen und gemeinsam Freunde und Unterstützer in Italien, Deutschland und Österreich besuchen. Es wurde eine intensive und abwechslungsreiche Zeit!

Bei unseren Freunden und Vorstandsmitgliedern Carolin Auer und Markus Pedevilla erwartete uns ein herzliches Wiedersehen. Neben persönlichen Gesprächen standen auch wichtige Themen rund um die weitere Vereinsarbeit, Finanzierung, Abrechnungen und die Zusammenarbeit mit den Behörden in Tansania auf dem Programm. Natürlich kam auch das gemeinsame Genießen nicht zu kurz: Ein Besuch des Grazer Uhrturms durfte nicht fehlen!

Eine der wichtigsten Neuigkeiten aus Tansania betrifft Father Jordan selbst. Nach zehn Jahren als Pfarrer in Kifumbe wurde er in die benachbarte, neu gegründete Pfarre Kitandililo versetzt.

Unsere anfängliche Sorge, dass dieser Wechsel die Arbeit von Shikamana beeinträchtigen könnte, hat sich glücklicherweise rasch zerstreut. Das Shikamana Office bleibt weiterhin in Kifumbe. Kitandililo ist lediglich 18 Kilometer entfernt und selbst bei schlechten Straßenverhältnissen mit dem Auto in etwa 40 Minuten erreichbar. Auch unsere Vereinsobfrau Maria Mhapa lebt in Kitandililo. Viele Familien aus dem Dorf und der näheren Umgebung sind zudem bereits seit den Anfängen in unser Sozialprojekt eingebunden. Damit bleibt die Zusammenarbeit zwischen unseren Fieldworkern und Koordinatorinnen Diana, Consolata und Phiniki in Kifumbe sowie Maria und Father Jordan weiterhin gut gewährleistet.

Für Father Jordan bedeutet der Wechsel dennoch einen großen persönlichen und organisatorischen Neubeginn. Zunächst müssen die grundlegenden Lebensbedingungen – Unterkunft, Wasser, Strom und Mobilität – geschaffen werden, damit er seinen pastoralen Aufgaben und gleichzeitig seiner wichtigen Arbeit für Shikamana nachkommen kann.

Ein neues Pfarrhaus konnte bereits errichtet werden, auch wenn noch nicht alle Räume fertiggestellt sind. Der bestehende Brunnen wurde um weitere 30 Meter vertieft, reicht derzeit allerdings gerade für die Versorgung des Haushalts. Um künftig auch den Garten bewässern zu können, ist Ende September eine Tiefenbohrung auf etwa 130 Meter geplant. Das Wasser soll anschließend mit einer solarbetriebenen Pumpe gefördert werden. Zusätzlich ist die Installation einer Photovoltaikanlage für die Stromversorgung des Pfarrhauses vorgesehen.

Auch für die dringend benötigte Mobilität zeichnet sich eine Lösung ab. Der alte Land Cruiser wurde nach einem Unfall im Jahr 2025 zum Totalschaden. Seither ist Father Jordan auf geliehene Fahrzeuge angewiesen. Nun könnte sich noch heuer eine nachhaltige Lösung ergeben: Bruder Max möchte seinen zehn Jahre alten Land Cruiser verkaufen und würde Father Jordan als Käufer bevorzugen. Das Fahrzeug wurde stets gut gepflegt und regelmäßig serviciert. Wenn es uns gelingt, den Wagen für Father Jordan zu erwerben, wäre damit nicht nur seine Mobilität für die pastorale Arbeit, sondern auch jene für die Vereinsarbeit von Shikamana gesichert, da das Fahrzeug gemeinschaftlich genutzt werden könnte.

Während der fünf Wochen unseres gemeinsamen Aufenthalts konnten wir einige alte und treue Freunde dafür gewinnen, diese notwendigen Vorhaben finanziell zu unterstützen. Dabei ist uns eine Klarstellung besonders wichtig: Keines der gerade genannten Projekte wird aus den Spendengeldern unseres Vereins finanziert. Sie werden ausschließlich durch private Zuwendungen von langjährigen Freunden und Weggefährten ermöglicht.

Die Spendengelder unseres Vereins kommen selbstverständlich weiterhin in voller Höhe und ausschließlich den in unseren Vereinsstatuten definierten Projekten zugute – also der Unterstützung von Familien, Auszubildenden und Menschen mit Behinderungen.

Während des Aufenthalts gab es besondere Momente, die ich nicht unerwähnt lassen möchte.

Durch die Vermittlung meiner Freundin und Kollegin Fr. Dr. Henriette Fischer konnte Father Jordan gleich an zwei Sonntagen im Dom zu St. Stephan konzelebrieren. Die Messfeier in diesem beeindruckenden und prachtvollen Rahmen war für ihn ein ganz besonderes Erlebnis. Ebenso beeindruckt war er von der herzlichen Aufnahme durch den zuständigen Priester Pater Armin Scheuch.

Ein weiterer Höhepunkt war unsere gemeinsame Reise nach Bologna, wo wir langjährige Freunde, Mitarbeiter aus unserer Zeit in Lugarawa und treue Unterstützer wiedersehen konnten: Dr. Lino Morisi und seine Frau Loretta.

Die Freude über das Wiedersehen war groß. Die weit verzweigte Familie Morisi kam zusammen und hatte zusätzlich Freunde und langjährige Spender eingeladen. So konnten wir persönlich über die aktuellen Entwicklungen und den Fortgang unserer Projekte berichten. Neben all den Gesprächen blieb auch Zeit für gemeinsame Ausflüge nach Modena und Ravenna, wo wir die beeindruckenden Mosaike in den dortigen Kirchen bewundern konnten.

Father Jordan reiste außerdem nach Deutschland, um Mareike Kleitsch und ihre Familie zu besuchen. Auch die Familien Kleitsch, Meschenmoser und Leinweber verbindet mit Father Jordan eine langjährige Freundschaft, die ebenfalls bis in die gemeinsame Zeit in Lugarawa zurückreicht. Natürlich war auch dort das Interesse an den neuesten Entwicklungen in Kifumbe, Kitandililo und Lugarawa groß. Es wurde viel erzählt, nachgefragt und über aktuelle und zukünftige Projekte diskutiert.

Bruder Max nutzte seinen Aufenthalt unterdessen auch für einen Besuch in seinem Stammkloster, der Benediktinerabtei St. Ottilien in Bayern. Dort holte er Informationen, Kostenvoranschläge und Ersatzteile für seine anstehenden Arbeiten in Tansania ein.

Seine Tätigkeit als Techniker dreht sich häufig um die Energieversorgung – etwa um die Instandhaltung von Wasserkraftwerken oder die Errichtung von Photovoltaikanlagen. Aber damit ist sein Aufgabenbereich noch lange nicht erschöpft: Er organisiert auch Ersatzteile für Hostienpressmaschinen oder besorgt Fußballtrikots für Schülermannschaften. Bei seiner Arbeit ist Vielseitigkeit gefragt!

Natürlich durfte bei einem Besuch in Europa auch ein Gesundheitscheck nicht fehlen. Wir bedanken uns daher ganz besonders herzlich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die ihre Leistungen unentgeltlich zur Verfügung gestellt haben:

Ulrich Busch und seine Frau Sabine Busch übernahmen die allgemeinmedizinische Betreuung, das Labor Greiner führte die notwendigen Blutuntersuchungen kostenlos durch und Hanna Terzer sowie Mario Traxler kümmerten sich um die Zahngesundheit unserer Gäste.

Für diese Unterstützung und diese unkomplizierte Hilfsbereitschaft sagen wir von Herzen Danke!

Wir hatten fünf intensive, lustige, spannende und informative Wochen miteinander. Es wurde viel gesprochen, geplant, gelacht und natürlich auch gearbeitet.

Vor allem aber hat dieser Besuch einmal mehr gezeigt, dass Freundschaft und Zusammenarbeit auch über große Distanzen, schlechte Straßen und lückenhafte Internetverbindungen hinweg funktionieren können.

Persönliche Begegnungen sind für unsere Arbeit von unschätzbarem Wert. Sie schaffen Nähe, erhalten gegenseitiges Vertrauen und machen Zusammenarbeit möglich – gerade dann, wenn uns viele tausend Kilometer voneinander trennen.

Wir tun das für die Menschen, die wir unterstützen und die sich auf uns verlassen können.

Und wir tun es auch für uns selbst. Weil es Freude macht, gemeinsam mit anderen dazu beizutragen, dass Menschen ein besseres, selbstbestimmtes Leben führen können.

Das ist es, was Shikamana für uns bedeutet: Menschlichkeit, Freundschaft, Vertrauen und gemeinsames Handeln – über alle Grenzen hinweg.